Adoptionsvermittlung im Einzelfall

Adoptionsvermittlung im Einzelfall

Mit der ausländischen Adoptionsvermittlung im Einzelfall beschäftigen sich zentrale Adoptionsbehörden der Landesjugendämter und die Adoptionsbehörden der lokalen Jugendämter. Das geschieht nur im Falle, wenn die für sie zuständige zentrale Adoptionsbehörde des Landesjugendamtes diesen eine internationale Adoptionsvermittlung in Bezug auf einen Staat oder im Einzelfall zugelassen hat. Die Aufgaben der Einzelfallvermittlung des Kindes aus dem Ausland können auch die staatlich anerkannten Auslandsvermittlungsstellen der Freien Träger im Rahmen der ihnen erklärten besonderen Genehmigung erfüllen.

In Ausnahmefällen kann die Adoptionsvermittlungsstelle mit Sitz im Ausland eine Zulassung zur Vermittlung eines Kindes nach Deutschland bekommen.

Die zentralen Adoptionsbehörden der Landesjugendämter sind bevollmächtigt, im Rahmen der Adoptionsvermittlung mit allen Ländern der Welt zusammenzuwirken, unabhängig davon,  ob es um einen Vertragsstaat geht oder nicht. Sie sind aber nicht verpflichtet, mit den dem Haager Adoptionsübereinkommen nicht angehörenden Staaten zu kooperieren, weil sie sich im Ausland weder an eine dem Übereinkommen unterstehenden Behörde wenden können, noch die Möglichkeit haben, selbständig vor Ort die Informationen ordentlicherweise zu erhalten.

Die lokalen Jugendämter können sich mit einer grenzüberschreitenden Adoptionsvermittlung beschäftigen, wenn sie auf ihren Antrag die entsprechende Befugnis für den konkreten Staat oder für den Einzelfall von der zuständigen zentralen Adoptionsbehörde erhalten haben. Sie verpflichten sich zur Bewerberannahme nicht. Hier gibt es keine Unterschiede zwischen Vertragsstaaten und Nichtvertragsstaaten.

Bevor die vorzunehmende Adoptionsvermittlung in Frage kommt, müssen die potenziellen Adoptiveltern gemäß dem Adoptionsvermittlungsgesetz auf die allgemeine Eignung zur Adoption durch die Adoptionsvermittlungsstelle des lokalen Jugendamtes geprüft werden.

Die staatlich anerkannten Vermittlungsstellen der Freien Träger sind berechtigt, mit den Ländern zusammenzuwirken, für die sie eine Genehmigung haben, unabhängig davon, ob es um einen Vertragsstaat oder Nichtvertragsstaat geht. Sie verpflichten sich nicht, jeden Bewerber anzunehmen, insoweit vorliegt die Freiheit des Vertragsabschlusses. In Hinblick auf eine geringe Zahl der Länder, mit denen die Freien Träger zusammenwirken können, gibt es für sie bessere Möglichkeiten, sich zu verlegen und Verbindungen vor Ort aufzunehmen.

Die ausländische Behörde darf sich auf dem Territorium Deutschlands mit einer grenzüberschreitenden Adoptionsvermittlung beschäftigen, wenn die Bundeszentralstelle dieser das im Einzelfall erlaubt hat. Die Genehmigung kann nicht erklärt werden, wenn es sich um die Vermittlung eines Kindes aus einem Vertragsstaat handelt, weil in diesen Fällen unbedingt die Zentralbehörden zu involvieren sind. Dabei ist zu bemerken, dass die Genehmigung ausschließlich für die Vermittlung eines konkret zu benennenden adoptionsbedürftigen Kindes erteilt werden kann. Im Antrag muss dargelegt werden, aus welchem Grund das betreffende Kind im Land des Sitzes der Behörde nicht vermittelt werden kann und warum eine Vermittlung in Deutschland erforderlich ist.